Adventsinspirationen für ein friedliches und entspanntes Weihnachtsfest - Teil 1

Adventsinspirationen für ein friedliches und entspanntes Weihnachtsfest - Teil 1

1. Teil meiner Adventsreihe: Inspirationen für ein friedliches und entspanntes Weihnachtsfest

Irgendwie ist der erste Advent dieses Jahr wieder total schnell "angesaust", geht es Ihnen auch so? Ich muss gestehen, dass ich dieses Jahr schon Ende November so richtig in Weihnachtsstimmung bin. Dieses Jahr möchte ich Sie gerne mit einer 4-teiligen Blogartikelserie auf dem Weg zu einem friedlichen und entspannten Weihnachtsfest begleiten. Ich hoffe, dass Sie meine Tipps inspieren können :-)! 
 
Und schon geht´s los mit dem ersten Teil der Serie: Heute kümmern wir uns um den ersten wichtigen Schritt, nämlich um die grobe Planung der Weihnachtsfeiertage. 

Bis Weihnachten haben wir ja zum Glück noch einiges an Zeit. Damit an den Feiertagen bei keinem Familienmitglied Frust aufgrund eines aufgezwängten Programms aufkommt, empfehle ich Ihnen als ersten Schritt das gemeinsame familieninterne Planen der Feiertage. 
 
Oft es ja so, dass man etwas tut, weil es schon immer so war: Vielleicht war es schon immer Tradition, dass Sie sich an Heiligabend bei Ihren Eltern mit der ganzen Familie getroffen haben und Sie haben sich noch nie tiefergehend die Frage gestellt, ob Sie das überhaupt möchten. Oder es graust Ihnen seit Jahren vor dem traditionellen Programm und Sie ziehen es der Verwandtschaft zuliebe dennoch durch. Vielleicht lässt sich das dieses Jahr ja mal ändern!

Also los geht´s: Wenn Sie in einer Partnerschaft leben, dann setzen Sie sich am Besten mit Ihrem Partner und – falls vorhanden und alt genug – mit den Kindern zusammen und planen Sie, wie Sie Weihnachten verbringen möchten. Wenn Sie alleinstehend sind, geht die Übung aber genauso gut auch alleine.

Nun darf jedes Familienmitglied - ohne kritisiert zu werden - frei heraus sagen, wie es gerne Weihnachten verbringen würde. Vielleicht würden Ihre Kinder gerne mal Weihnachten gemeinsam in den Bergen verbringen oder Ihr Partner möchte die Feiertage mal mit Ihnen und den Kindern allein Zuhause verbringen, ganz in Ruhe. Vielleicht möchte Ihr Partner dieses Jahr aber auch vermehrt den religiösen Hintergrund des Festes verinnerlichen und mehrfach in die Kirche gehen und Zeit zur Besinnung haben. Oder Ihre Kinder möchten an Heiligabend ab einer gewissen Uhrzeit mit den Freunden weggehen, Sie möchten mal nicht an den Feiertagen nur auf der Autobahn zu Verwandten unterwegs sein und, und, und. 
 
Schreiben Sie bitte alle Wünsche erst einmal auf. Wenn Sie alleinstehend sind und alleine feiern, oder Ihre Familie nicht über das Thema sprechen möchte, hilft es aber auf jeden Fall trotzdem, sich -in dem Fall alleine- Gedanken zu machen, wie man die Feiertage eigentlich wirklich gerne verbringen möchte!

Nachdem Sie nun alles festgehalten haben, überlegen Sie bitte gemeinsam, welche Bedürfnisse hinter den einzelnen „Programmwünschen“ stecken. 
Das Herausfinden der Bedürfnisse ist etwas, was wir auch in einem Mediationsverfahren intensiv betreiben. Dadurch, dass wir erforschen und erfahren, warum dem Anderen und auch mir selbst etwas wichtig ist, steigt die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen und es können neue Lösungsideen entstehen. 

Stellen Sie also die Frage: Was würden ich gewinnen, wenn Weihnachten nach meinen Wünschen verbracht würde? Warum ist mir meine Weihnachtsvorstellung so wichtig? Welches Bedürfnis ist hinter meinem „Programmwunsch“ versteckt?

Damit Sie sich besser vorstellen können, was ich damit meine, kommen hier ein paar Beispiele: Hinter dem Wunsch Zuhause zu bleiben, könnte etwa das Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung, Abschalten vom Alltagsstress oder aber auch das Genießenwollen der weihnachtlichen Gemütlichkeit stecken. Hinter dem Traum der Kinder, Weihnachten in den Bergen zu verbringen, könnte das Bedürfnis nach Abwechslung und gemeinsamem Abenteuer versteckt sein. Ich glaube, jetzt können Sie sich vorstellen, worauf ich hinaus will ;-). Schreiben Sie also bitte auch die Bedürfnisse jedes Einzelnen auf, die Sie herausgefunden haben!

So und jetzt heißt es kreativ werden: Überlegen Sie nun gemeinsam, wie man die Weihnachtsfeiertage verbringen und dabei möglichst viele der Vorstellungen und der dahintersteckenden Bedürfnisse der Familienmitglieder kombinieren könnte. 
Natürlich können nicht alle Wünsche erfüllt werden, aber wenn es z.B. aufgrund familiärer Verpflichtungen nicht möglich ist, die ganzen Feiertage Zuhause zu bleiben, könnte man dennoch schauen, wie man an den Festtagen Ihrem Bedürfnis nach Ruhe, Entspannung und Gemütlichkeit auf anderem Weg nachkommen könnte. Vielleicht lassen sich z.B. mehrere Familientreffen zusammenlegen, sodass Sie einen freien Feiertag zum Entspannen gewinnen. Oder man baut über die Feiertage bewusste Ruheinseln ein und gibt jedem Familienmitglied während der Festtage immer wieder die Möglichkeit, seiner eigenen Wege zu gehen, mal zu lesen, zu spielen, zu schlafen, in die Kirche zu gehen, oder was auch immer man gerne tut. Der Wunsch Ihrer Kinder nach Abenteuern könnte z.B. dadurch erfüllt werden, dass man am zweiten Weihnachtsfeiertag in Skiurlaub fährt, oder falls dies nicht möglich ist z.B. einen abenteuerlichen gemeinsamen Ausflug macht, oder ähnliches. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt: Finden Sie die Lösung, bei der alle Familienmitglieder sagen: Ok, so wird das ein schönes Weihnachtsfest!

Das Ganze hat noch einen positiven Nebeneffekt: Wenn Sie die eigenen und auch die Bedürfnisse der Anderen auf diese Weise erfahren und kennengelernt haben, können Sie an den Feiertagen selbst auch sehr gut darauf achten, dass die jeweiligen Bedürfnisse nicht zu kurz kommen. Auf diese Weise kommt nicht so schnell Frust auf wie bei einem Weihnachtsfest, das man unbewusst auf sich „Zurauschen“ lässt, ohne überhaupt so wirklich zu wissen, was man von den Feiertagen erwartet und welche Bedürfnisse man eigentlich hat. Wenn Ihr Partner sich z.B. dann mal eine Stunde zurückzieht, wissen Sie dann, dass das nichts mit Ihnen oder der Stimmung zu tun hat, sondern dass er einfach nur seinem Bedürfnis nach Ruhe nachkommt. 

Sie werden merken: Wenn sie sich als Familie bewusst gemeinsam auf eine Gestaltung der Feiertage geeinigt haben und jeder mit seinen individuellen Wünschen mit einbezogen wurde, stehen alle Familienmitglieder den Feiertagen direkt wesentlich positiver gegenüber - Der erste Schritt in gute Stimmung ist getan. Und wie gesagt: Auch für Einzelpersonen macht das Ganze Sinn und hilft dabei, die Weihnachtstage so zu gestalten, das man sich wohl und zufrieden fühlt. Auch wenn man alleine ist, lohnt es sich, mal zu schauen, was wünsche ich mir eigentlich genau für Weihnachten, was sind meine Bedürfnisse? Wenn Sie z.B.Weihnachten regelmäßig alleine feiern, hierüber aber eigentlich unglücklich sind, dann schauen Sie sich doch mal rechtzeitig in Ihrem Freunde- und Bekanntenkreis um und organisieren Sie z.B. einen gemeinsamen Heiligabend mit anderen Singles. 

Eine Anmerkung möchte ich noch machen. Vielleicht denken Sie ja jetzt: „Das ist ja alles schön und gut, was Frau Wenz hier schreibt, ist aber bei uns aufgrund der Erwartungen der Anderen an meine Familie nicht möglich! Wir können nicht einfach Weihnachten so verbringen so wie wir wollen!“. Vielleicht sind Ihre Eltern und Ihre Geschwister beleidigt, wenn Sie mit der Idee kommen, gewisse Weihnachtstage nicht mit Ihnen zu verbringen. Dies ist ein Problem, das viele Familien an Weihnachten haben.

Ich bin der Meinung, dass auch hier eine bewusste Entscheidung gefällt werden sollte. Möchten Sie Weihnachten nach den Wünschen der Anderen, z.B. der Eltern, verbringen, damit diese glücklich, zufrieden und nicht beleidigt sind oder nicht? Möchten Sie an Weihnachten Ihre eigenen Wünsche zurückschrauben, damit die Anderen nicht enttäuscht sind? Ja oder nein? - Beides ist völlig legitim, aber bitte entscheiden Sie sich bewusst. Meiner Meinung nach macht es wenig Sinn, sich dem Wunsch der Anderen zu beugen und darüber dann aber – zumindest innerlich - zu mosern und sich als Opfer zu fühlen. Sie haben definitiv die Wahl, auch wenn es sich im ersten Moment nicht so anfühlen mag!

Oft sagen wir „Ja“ zu etwas, damit das Gegenüber nicht enttäuscht ist. Dabei sagen wir aber gleichzeitig „Nein“ zu uns und unseren Bedürfnissen. Wir sagen „Ja“ obwohl wir „Nein“ wollen, damit wir uns nicht schuldig fühlen müssen und weil der Andere möglicherweise beleidigt und enttäuscht ist, wenn wir uns nicht nach ihm richten. 
 
Wir sollten hierbei aber nicht vergessen, dass der Andere für seine Gefühle selbst verantwortlich ist, nicht Sie. Sie haben das gleiche Recht, Ihre Wünsche und Bedürfnisse zu äußern und auch danach zu leben wie Ihr Gegenüber - auch wenn sie z.B. das mittlerweile erwachsene Kind des Anderen sind. Nur weil Sie eigene Wünsche haben und diese auch äußern, sollten Sie sich nicht egoistisch fühlen und sich auch keinen Egoismus einreden lassen. Lassen Sie sich nicht von "Beleidigtsein" und Vorwürfen erpressen, sondern entscheiden Sie bewusst, ob Sie dem Anderen zuliebe an seinem Programm teilnehmen. Wenn wir uns klarmachen, dass wir definitiv die Wahl haben, ist das oft schon eine Erleichterung! 

Falls Sie sich dieses Jahr mal für ein Programm ohne die Verwandtschaft entscheiden sollten, so teilen Sie dies dem Gegenüber frühzeitig auf ruhige und freundliche Art und Weise mit. Vielleicht überrascht Sie der Andere ja auch und reagiert gar nicht so wenig verständnisvoll wie erwartet. Und wenn nicht, denken Sie immer daran: Er ist für seine Gefühle selbst verantwortlich, nicht Sie! 
 
Eine "sanfte Möglichkeit" mal von dem Programm mit der Verwandtschaft abzuweichen, wäre z.B. auch, dass man dieses Jahr nochmal nach dem Wunsch der Eltern und dem Rest der Verwandtschaft Weihnachten plant und nächstes Jahr mal sein „eigenes Ding“, z.B. eine Reise macht und dies der Verwandtschaft auch frühzeitig und ruhig ankündigt - Vielleicht nicht unbedingt an Weihnachten direkt, aber zu Beginn des neues Jahres ;-). So haben auch besonders "festgefahrene" Familienmitglieder die Möglichkeit, an das veränderte Programm zu gewöhnen ;-)!

Also, dann gibt es diese Woche ja einiges zu tun und zu planen ;-). Ich wünsche Ihnen eine wunderschöne vorweihnachtliche Zeit, viel Erfolg mit der Aufgabe, gute Gespräche und gemeinsame Entscheidungen! 
 
Denken Sie immer daran: Sie haben die Wahl und Sie sind der Gestalter Ihres eigenen Weihnachtsfestes. 
 
Ich freue mich schon auf nächste Woche! Falls Ihnen der Beitrag gefallen hat, freue ich mich natürlich wie immer über fleißiges Kommentieren und Teilen :-)!
 
Mittlerweile ist auch Teil 2 der Adventsserie erschienen - Sie finden Ihnen hier.
 
Weitere Tipps für ein friedliches Weihnachtsfest finden Sie in diesem Beitrag mit meinen sechs besten Tipps für ein friedliches Weihnachtsfest. 

Herzliche Grüße,
Christina Wenz

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Kommentare (6)

  1. Anna:
    Dec 07, 2018 at 07:18 PM

    Danke für diesen Artikel, ich finde es auch so wichtig, sich die einzelnen Bedürfnisse anzuschauen und vor allem auch nicht automatisch zu allem und jedem "Ja" zu sagen. Irgendwie gibt mir dieses "Fest der Liebe" oft das Gefühl, ich müsse es allen recht machen oder - noch schlimmer - ich müsse alle anderen glücklich machen. Dabei ist es doch viel effektiver, mich selbst glücklich zu machen :)

    Liebe Grüße
    Anna

  2. Christina Wenz:
    Dec 07, 2018 at 07:25 PM

    Liebe Anna, ICH habe DIR zu danken für Deinen wertschätzenden Kommentar! Ich habe mich riesig darüber gefreut! :-) Ich finde es immer so wichtig, sich bewusst zu machen, dass man die Wahl hat und eben nicht nur die Wünsche der Anderen erfüllen muss. Da hast Du recht, sich selbst glücklich zu machen ist so wichtig und sollte nicht außer Acht gelassen werden :-). Ich wünsche Dir und Deinen Lieben eine wunderschöne und stressfreie Weihnachtszeit! Liebe Grüße, Christina

  3. Simone Herzog:
    Dec 10, 2018 at 12:05 AM

    Danke für die tolle Inspiration:-)

  4. Christina Wenz:
    Dec 10, 2018 at 12:12 AM

    Liebe Simone, ich danke Dir sehr für Deinen Kommentar und freue mich, dass ich Dich inspirieren konnte! :-) Ich wünsche Dir eine schöne Weihnachtszeit und sende Dir liebe Grüße, Christina

  5. Maike:
    Dec 11, 2018 at 12:17 PM

    Ein sehr schöner Artikel und so WAHR! Unser allererstes Weihnachten nachdem ich mit meinem Mann zusammenkam, war eine Katastrophe - im Vorfeld gab es nur Missverständnisse, weil wir völlig unterschiedliche Ansichten hatten, wie Weihnachten zu laufen hat... Für mich war klar - meine Familie gehört dazu. Für ihn war genau das kategorisch ausgeschlossen. Ein Wort gab das andere und *zack* hatten wir einen feinen Weihnachtsstreit... Schlussendlich hat jeder ab- und zugegeben und inzwischen feiern wir Heiligabend zu dritt, an einem Feiertag mit meiner Familie und am anderen mit unseren Freunden.
    Ich kann nur jedem raten, sich den "redet drüber!" Tipp in diesem Artikel zu Herzen zu nehmen! Weihnachten ist viel zu schön für Streit. :-)

  6. Christina Wenz:
    Dec 11, 2018 at 01:09 PM

    Liebe Maike, vielen Dank für Deinen offenen und wertschätzenden Kommentar! Ich habe mich total darüber gefreut! Wie genial, dass Ihr mittlerweile Euren gemeinsamen "Weihnachtsweg" gefunden habt, mit dem Ihr alle gut leben könnt! Ich wünsche Dir und Deiner Familie eine schöne und glückliche Weihnachtszeit! Liebe Grüße, Christina


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Wer schreibt hier?

Mediation Christina Wenz

Christina Wenz ist Mediatorin, Konfliktcoach und Juristin. Nach langjähriger Tätigkeit im Notariat und in Führungspositionen an Universitäten ist sie in eigener Mediationskanzlei tätig. Sie hilft ihren Kunden dabei, sich aus schwierigen Konfliktsituationen zu befreien und damit wieder mehr Wohlbefinden und ein entspannteres Leben zu erlangen. Neben Mediation in der Familie und der Mediation in der Arbeitswelt ist ihr besonderes Steckenpferd die Mediation bei Streitfällen rund ums Tier.

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