Adventsinspirationen für ein friedliches und entspanntes Weihnachtsfest - Teil 3

Adventsinspirationen für ein friedliches und entspanntes Weihnachtsfest - Teil 3

3. Teil meiner Adventsreihe: Inspirationen für ein friedliches und entspanntes Weihnachtsfest

Heute möchte ich mich einem weiteren wichtigen Thema widmen: Unseren Erwartungen an Weihnachten. Ich habe im Vorfeld zur Vorbereitung dieser Artikelserie einige Gespräche mit Menschen über ihre Weihnachtsvorbereitung geführt und fast jeder, mit dem ich über Streit an Weihnachten gesprochen habe, nannte als Hauptgrund für Unfrieden an den Festtagen die überzogenen Erwartungen an Weihnachten. Oft haben wir Erwartungen wie „Weihnachten muss romantisch und feierlich sein“, „Weihnachten muss total harmonisch verlaufen“, „An Weihnachten muss die Familie so viel Zeit wie möglich miteinander verbringen!“ Wenn diese Erwartungen dann nicht erfüllt werden, reagieren wir oft enttäuscht und den Konflikten ist der Weg geebnet. 
 
Wie Sie bestimmt schon bei der gemeinsamen Planung der Feiertage mit Ihrer Familie gesehen haben, haben die Anderen vermutlich nicht exakt die gleichen Erwartungen an Weihnachten wie Sie. Die Bedürfnisse der einzelnen Familienmitglieder sind einfach unterschiedlich, machen Sie sich das bitte immer wieder bewusst. Je höher Sie Ihre Erwartungen hängen und je stärker Sie daran festhalten, desto wahrscheinlicher sind Enttäuschungen und Streit. 
 
Daher mein Tipp: Setzen Sie sich doch mal hin und schreiben Sie Ihre Erwartungshaltungen zu Weihnachten auf. Wie soll Weihnachten für Sie sein? Hinterfragen Sie in einem zweiten Schritt bitte mal ganz ehrlich, wie realistisch diese Erwartungen sind. Vergleichen Sie Ihre Erwartungen bitte auch mit den Bedürfnissen Ihrer Familienmitglieder, die Sie letzte Woche erfahren haben. Ist es z.B. realistisch, dass die ganze Familie so viel Zeit miteinander verbringt und dabei nur harmonisch und friedlich ist? Ist es realistisch, dass man ein Weihnachtsfest vorbereitet, ein Menü kocht für zehn Personen und dabei komplett entspannt ist? Für die ganze Familie ist Weihnachten doch irgendwie eine Ausnahmesituation, ist da die Erwartung, dass zwischendurch nicht auch mal schlechte Stimmung herrschen darf, denn realistisch? Diese Übung dient dazu, zu prüfen, ob Ihre Erwartungen zu hoch sind und diese ggfs. anzupassen.

Ich habe die Erfahrung gemacht: Je weniger ich an Weihnachten erwartet habe, desto mehr wurde ich positiv überrascht. :-)

Nun habe ich noch eine kleine Aufgabe für Sie: Dies ist eine Übung, die mir immer hilft, wenn ich etwas vor mir habe, wovor es mir graust, wovor ich etwas Bammel  habe oder ich mich ansonsten positiv auf ein Ereignis einstimmen möchte. Sie können die Übung vor dem Einschlafen, aber auch im Alltag im Sessel oder in einer anderen entspannten Haltung durchführen: Machen Sie die Augen zu und entspannen Sie sich. Tiefes in den Bauch ein und ausatmen kann hierbei helfen. Stellen Sie sich nun vor, Sie sitzen im Kino. Der Kinosaal ist dunkel und gemütlich. Auf der Leinwand erscheint ein Film Ihres diesjährigen Weihnachtsfestes. Stellen Sie sich nun vor, wie Sie entspannt durch die Feiertage wandern und kritische und unharmonische Situationen völlig gelassen und souverän meistern. Malen Sie sich das Fest und Ihre gelassene Haltung und Entspanntheit auf der Kinoleinwand so umfangreich und detailreich wie möglich aus. Stellen Sie sich vor, wie Sie keinerlei Streit aus der Ruhe bringen kann, Sie stehen gelassen über den Dingen und genießen die Feiertage. Machen Sie diese Übung bis Weihnachten möglichst oft. Sie werden sehen, die Haltung der Gelassenheit wird Ihnen langsam in Fleisch und Blut übergehen.

Nun noch meine dritte Aufgabe für heute: Machen Sie sich diese Woche mal - alleine oder mit der Familie - ein paar Gedanken darüber, worum es in den letzten Jahren in Ihrer Familie Streit an Weihnachten gab. Was sind die kritischen Themen, wo die wunden Punkte der einzelnen Familienmitglieder? In welchen Situationen kam es an Weihnachten in den letzten Jahren oft zu Streit? Gab es zum Beispiel immer Ärger an Heiligabend, weil ein Familienmitglied aufwändig kochte und die anderen sich schon entspannten und gemütlich am Tisch saßen? Gab es angespannte Stimmung und Enttäuschung beim Geschenkeauspacken? Gab es Streit beim Verwandtenbesuch? Gibt es Zoff, weil es Geschwisterkonkurrenz gibt? 
 
Überlegen Sie doch mal zusammen, wie Sie mit den Situationen künftig anders umgehen können. Kann man an Heiligabend die Aufgaben gerechter verteilen? Wäre es besser, jeder spricht konkrete Geschenkwünsche aus, damit keine Enttäuschung über „falsche“ Geschenke entsteht? Lässt sich Streit mit der Verwandtschaft vermeiden, indem man bestimmte Gesprächsthemen nicht aufkommen lässt? Oder könnte man vielleicht gemeinsam Regeln aufstellen, was passieren soll, falls es wirklich zu Krach kommt. Man könnte zum Beispiel vereinbaren, dass man sich erstmal eine halbe Stunde in Ruhe lässt, bis die Wut verraucht ist. Seien Sie gemeinsam kreativ!

Eine weitere Möglichkeit wäre auch, dass Sie alleine überlegen, wie Sie die Familie dieses Jahr mit einem anderen Konfliktverhalten überraschen können. In der nächsten Woche erhalten Sie hierzu auch noch ein paar Erste-Hilfe-Streittipps, damit dann auch wirklich nichts schief geht.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine wunderschöne neue Adventswoche. Ich freue mich wieder sehr über Feedback von Ihnen, wie Sie mit den Übungen zurechtkommen.
 
Den ersten Teil der Adventsreihe finden Sie hier und den zweiten Teil hier

Herzlichst,
Ihre Christina Wenz
 
 

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Wer schreibt hier?

Mediation Christina Wenz

Christina Wenz ist Mediatorin, Konfliktcoach und Juristin. Nach langjähriger Tätigkeit im Notariat und in Führungspositionen an Universitäten ist sie in eigener Mediationskanzlei tätig. Sie hilft ihren Kunden dabei, sich aus schwierigen Konfliktsituationen zu befreien und damit wieder mehr Wohlbefinden und ein entspannteres Leben zu erlangen. Neben Mediation in der Familie und der Mediation in der Arbeitswelt ist ihr besonderes Steckenpferd die Mediation bei Streitfällen rund ums Tier.

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