Meine 15 Tipps für entspannteres Streiten

Meine 15 Tipps für entspannteres Streiten

Meine 15 Tipps für entspannteres Streiten 

Die Luft brennt, die Diskussion dreht sich im Kreis und die Situation wird immer schlimmer? Du hast das Gefühl, der Streit läuft in keine gute Richtung, Du weißt, das Ganze endet wieder in der Eskalation, doch hast keine Ahnung, was Du dagegen tun kannst? Immer wieder laufen die gleichen Muster ab und Du kannst sie nicht durchbrechen? Dann probier doch in der nächsten Auseinandersetzung mal meine Tipps für entspannteres Streiten aus:

 

1. Stell Dir einen positiven Verlauf des Gesprächs vor

Wenn wir eine Aussprache vor uns haben, programmieren wir uns oft selbst negativ und malen uns in heftigster Form aus, dass die Situation eskaliert und im Streit endet. Oft sind wir dann schon so auf Ärger eingestellt, dass wir ihn wie „magisch“ anziehen und es auch tatsächlich dazu kommt. Bevor Du beispielsweise die Aussprache mit Deinem Partner suchst, versuch doch mal, Dich positiv zu programmieren und Dir vorzustellen, wie das Gespräch entspannt abläuft und Du selbst sehr souverän bleibst. Eine gute Methode ist es, sich -beispielsweise abends vorm Einschlafen- vorzustellen man säße im Kino. Auf der Leinwand läuft die vor Dir liegende Gesprächssituation in entspannter Atmosphäre ab. Mal Dir einen guten und erfolgreichen Verlauf der Aussprache in allen Einzelheiten aus. Wenn wir mit positiver Einstellung in ein Gespräch gehen, verläuft es in der Regel wesentlich entspannter. 

 

2. Sehe den Streit als Chance!

Hast Du eine positive Einstellung zu Meinungsverschiedenheiten? Oder sind Diskussionen der blanke Horror für Dich? Konflikte an sich sind etwas völlig Normales und auch Wichtiges, denn sie beinhalten immer eine Chance, sich und das Gegenüber besser kennenzulernen. Oft ist man sich nach überstandenen Konflikten näher als vorher und die Situation hat sich verbessert. Daher steh zu Deinen Bedürfnissen und spreche sie aus - auch wenn dies vielleicht erst einmal zu Streit führen könnte. Wer weiß, vielleicht steckt hinter dem Streit ja eine tolle Chance zur Verbesserung der Situation!

 

3. Nimm Dir die Zeit und hör wirklich zu!

Nimm Dir Zeit, um wirklich zuzuhören und lass Deinen Gesprächspartner wirklich ausreden. Konzentrier Dich sich auf das, was er zu sagen hat, ohne im Kopf schon die Antwort zu formulieren. Signalisiere dem Gegenüber Deine Aufmerksamkeit durch Blickkontakt und eine offene und ihm zugewandte Körperhaltung. Oft erfahren wir auf diesem Weg Dinge, die uns helfen, den Anderen plötzlich doch besser zu verstehen.  

 

4. Pauschalisiere nicht!

Vermeide es, Begriffe wie "immer" oder "nie" im Streit zu verwenden. Solchen generellen Anschuldigungen bringen das Gegenüber garantiert ganz schnell auf die Palme und ein vernünftiges Gespräch ist dann nicht mehr möglich. Bleibe daher gedanklich unbedingt bei der konkreten Situation.

 

5. Verwende "Ich"- statt "Du"- Sätze!

Versuche, das Gegenüber nicht anzuklagen indem Du Dinge sagst wie etwa: "Du frustrierst mich total, weil Du nur noch Fussball schaust!". Bleib stattdessen besser bei Dir und übernimm die Verantwortung für Deine Gefühle! Sinnvoll ist es, wenn Du im Sinne der gewaltfreien Kommunikation zuerst möglich objektiv die Situation beschreibst und dann ausdrückst, wie es Dir damit geht. Um bei unserem Beispiel zu bleiben, würde man besser formulieren: "Wenn Du abends häufig Fussball schaust, dann fühle ich mich frustriert, weil ich mir mehr gemeinsame Zeit wünsche". So bleibt die Verantwortung für Deine Gefühle bei Dir und der Vorwurf ist entschärft. Dann ist auch die Bitte, etwa um gemeinsame Zeit, oft viel erfolgreicher. 

 

6. Versuch Dich in die Lage des Anderen hineinzuversetzen!

Versuche, nachzuvollziehen, warum der Andere gerade so reagiert und ob an seiner Sichtweise nicht auch Nachvollziehbares dran ist. Was sind seine Bedürfnisse in der Situation? Kannst Du sein Handeln nicht vielleicht doch irgendwie nachvollziehen? Wenn ja, sag ihm das ruhig auch! Dies kann helfen, die verhärteten Fronten zu lockern. 

 

7. Frag nach!

Frage während des Gesprächs nach, wenn Du etwas nicht verstanden hast oder Du noch mehr Informationen benötigst, um den Anderen zu verstehen. Damit signalisierst Du ihm auch, dass Du ihn verstehen möchtest und an einer friedlichen Lösung interessiert bist. Eine Methode, die in der Mediation sehr oft angewandt wird, aber auch bei Streit im Alltagsgespräch hilft, ist das sogenannte "Paraphrasieren": Wiederhole die Botschaft Deines Gegenübers in eigenen Worten so, wie sie bei Dir angekommen ist und versiche Dich, ob das Gesagte wirklich so gemeint war. Geeignete Einstiege hierfür wären z.B. : „Habe ich Dich richtig verstanden, dass...?“ oder „Ist es also so, dass....“ oder Ähnliches. Wenn man den Gesprächspartner richtig verstanden hat, so kann er dies bestätigen, wenn nicht, hat er die Möglichkeit der Klarstellung. So entstehen Missverständnisse - durch die der Streit dann weiter eskaliert - erst gar nicht.

 

8. Lobe Dein Gegenüber zwischendurch ruhig auch mal!

Gerade, wenn wir eine ganze Liste an Beschwerden vorbringen, macht es viel Sinn, klarzustellen, was wir bei unserem Gegenüber gut finden. Das kann helfen, die Situation aufzulockern. Wenn wir den Anderen nur mit Vorwürfen überfallen, kommt er aus der Verteidigungsrolle gar nicht mehr raus und gute Lösungen sind schwer zu finden. Sag dem Gesprächspartner also ruhig auch was er gut macht, oder welche Eigenschaft Du an ihm schätzt. 

 

9. Wenn Du Fehler gemacht hast: Stehe dazu und entschuldige Dich!

Falls Dir bewusst wird, dass Du den Anderen im Eifer des Gefechtes oder im ersten Zorn unfair und zu heftig angegangen bist oder gekränkt ihn hast, dann gib dies zu und entschuldigen dich. Dies kann helfen, die Situation erheblich zu verbessern. 

 

10. Es sollte nicht darum gehen, wer schuld an der Situation ist

Die Frage, wer Schuld an der Situation ist, hilft in der Regel nicht dabei, eine Lösung zu finden. Versuche daher nicht, die Frage nach der Schuld zu klären – dies führt nur in eine Sackgasse!  

 

11. Wertschätzung und Respekt sollten erhalten bleiben

Pauschale Herabwürdigungen, Beleidigungen sowie aggressive Gesten, Mimik und Schreien sollten natürlich ein absolutes Tabu sein! Es ist sehr menschlich und nachvollziehbar, dass die Emotionen schnell hochkochen, wenn es um wichtige Themen geht, aber: Auch wenn die Emotionen hochkochen, vermeide es möglichst, unter die Gürtellinie zu schlagen - dies führt meistens zur endgültigen Eskalation. Versuche also möglichst ruhig und sachlich zu sein und sei dem Anderen damit ein Vorbild, falls er ausfällig wird. Falls sich Dein Gegenüber respektlos verhält sag ihm, dass Du nicht beleidigt werden möchtest und erst weitersprechen möchtest, wenn etwas Ruhe eingekehrt und ein höflicher Umgang wieder möglich ist.   

 

12. Schenke dem Anderen die volle Aufmerksamkeit!

Versuche, dem Anderen im Gespräch die volle Aufmerksamkeit zu widmen und nicht noh nebenher dem Fernseher oder Handy. Am Besten signalisierst Du dem Gegenüber Deine volle Aufmerksamkeit durch Blickkontakt und eine offene und ihm zugewandte Körperhaltung.

 

13. Bleib bei der aktuellen Situation

Meistens hilft es nicht weiter, in einer Streitsituation Dinge hervorzuholen, die in der Vergangenheit stattgefunden haben. Hierdurch eskaliert der Streit meistens noch viel mehr. Versuche daher am Besten mit Deinen Ausführungen bei der konkreten Situation zu bleiben!

 

14. Timeout als Notbremse

Ich weiß, dass es nicht immer leicht ist, all diese Tipps umzusetzen. Schnell kochen die Emotionen über und unsere Vernunft verabschiedet sich. Generell sollte ein Streit nicht dadurch beendet oder verhindert werden, dass ein Beteiligter beleidigt den Raum verlässt. Es gibt allerdings Situationen, in denen mindestens einer der am Streit Beteiligten seine Emotionen nicht mehr im Griff hat. Dann lässt sich eine Eskalation meinstens kaum noch aufhalten. Wenn nichts mehr hilft und sie die totale Entgleisung des Streits auf sich zurollen sehen, dann hilft es oft, den Raum zu verlassen und dem Gegenüber aber vorab in möglichst ruhigem Ton mitzuteilen, dass man eine Auszeit braucht und gerne später in Ruhe weitersprechen möchte. Das Gespräch sollte dann auch später wirklich in Ruhe weitergeführt werden. 

 

15. Finde die Bedürfnisse heraus!

Bisher haben wir uns mit der Art und Weise des Streitens befasst. Der letzte Tipp soll Dir helfen, eine Lösung für den Konflikt zu finden. Hierzu möchte ich Dir vorab eine kleine Geschichte erzählen:

Zwei Schwestern streiten sich in der Küche um eine Orange. Schnell ist das Geschrei groß. Die Mutter, die den unerträglichen Zustand beenden möchte, teilt die Orange in zwei Hälften und gibt jedem Kind eine davon, in der Hoffnung, dass dann Ruhe herrscht. Keines der Kinder ist jedoch zufrieden....das Geschrei geht weiter! Was hätte die Mutter anders machen können? Sie hätte fragen können, wofür jedes Kind die Orange eigentlich braucht. Dann hätte sie erfahren, dass das eine Mädchen gerne Saft aus der Orange pressen möchte und das andere Kind die Schale zum Backen braucht. In der Mediation würde man genau diese Frage stellen und feststellen, dass das Bedürfnis beider Kinder optimal erfüllt werden kann, indem die eine Schwester den Saft der Orange bekommt und die andere die Schale.

Durch diese Methode des Fragens nach den Bedürfnissen kann eine Situation geschaffen werden, in der es keinen Verlierer gibt. Eigentlich ein ganz simples Prinzip, das jeder öfter mal im Alltag ausprobieren kann: Einfach mal nachfragen: "Was genau ist Dir denn daran so wichtig? Was ist Dein Bedürfnis?". Mit dieser Methode kannst Du auch eine Lösung für Deinen Streit finden: Setzt Euch  in aller Ruhe zusammen und versucht die wirklichen Bedürfnisse herauszufinden, die jeder von Euch hat. 

 

Ich hoffe, meine Tipps haben Dir gefallen und helfen Dir weiter. Hier noch ein kleiner "Anwendungstipp" von mir: Vielleicht fühlst Du Dich jetzt von der Fülle der Tipps erschlagen und befürchtest, dass Du diese Tipps nie alle berücksichtigen kannst. Das ist auch verständlich, denn jahrelang ausgeübte Verhaltensweise lassen sich nicht auf Knopfdruck ändern. 

Deshalb empfehle ich Dir, Dir für die nächsten vier Wochen einen - oder maximal zwei - dieser Tipps auszusuchen und ihn bewusst mal in schwierigen Gesprächssituationen umzusetzen. Wenn Du auf diese Weise einen Punkt verinnerlicht hast, kannst Du Dir den nächsten Punkt vornehmen und so Schritt für Schritt ein entspannteres Streiten lernen. 

Haben Dir die Tipps gefallen? Was hilft Dir, in Streitsituationen einen kühlen Kopf zu bewahren? Über Deinen Kommentar unter diesem Beitrag freue ich mich sehr! Wenn Dir der Artikel gefallen hat, lade ich Dich herzlich ein, Dich für meinen Newsletter einzutragen und künftig über meine Blogbeiträge und Angebote informiert zu werrden. 

Herzlichst, Deine Christina Wenz

 

15 Tipps wie Sie künftig entspannter streiten

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Wer schreibt hier?

Mediation Christina Wenz

Christina Wenz ist Mediatorin, Konfliktcoach und Juristin. Nach langjähriger Tätigkeit im Notariat und in Führungspositionen an Universitäten ist sie in eigener Mediationskanzlei tätig. Sie hilft ihren Kunden dabei, sich aus schwierigen Konfliktsituationen zu befreien und damit wieder mehr Wohlbefinden und ein entspannteres Leben zu erlangen. Neben Mediation in der Familie und der Mediation in der Arbeitswelt ist ihr besonderes Steckenpferd die Mediation bei Streitfällen rund ums Tier.

Bekannt aus

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